Donnerstag, 12. November 2009

Knurrhahn

Der Knurrhahn gehört zur Familie der Panzerwangen. Er lebt vor allem im Atlantik. Ja, er kann tatsächlich „knurren“ – und zwar mithilfe seiner Schwimmblase, die er bei Erregung in Schwingungen versetzt. Eine auffällige Erscheinung in der Nordsee und den angrenzenden, mäßig warmen Meeren ist der farbenprächtige Rote Knurrhahn. Nicht nur die rote Farbe und der große, fast dreieckige gepanzerte Kopf fallen sofort ins Auge. Eine Besonderheit sind auch die großen Brustflossen mit den drei verlängerten unteren Strahlen, auf denen der räuberische Fisch am Meeresboden „laufen“ kann. Außerdem dienen sie als Tastorgane bei der Nahrungssuche. Knurrhähne leben in etwa acht Metern Tiefe. Sie werden im Durchschnitt 30–60 cm lang und bis zu 1 kg schwer. Ihr delikates, festes weißes Fleisch eignet sich ausgezeichnet zum Dünsten, Braten und Grillen. Auf Grund der schwierigen Verarbeitung ist Knurrhahn vor allem für Fischsuppen hervorragend geeignet. Knurrhahn wird in Deutschland eher selten angeboten. Durch seine mächtigen Karkassen ist dieser Fisch sehr schwer auseinander zu nehmen. Bei ihm ist der Abfall überproportional groß, so dass es pro Esser schon ein gutes Pfund sein darf. Angeboten werden meist der rote und graue Knurrhahn. Das Fleisch ist nach der Zubereitung weiß und von fester Konsistenz. Es schmeckt sehr aromatisch und hat eine süßliche Note.
Der britische Ichthyologe Jonathan Couch schrieb 1877 über den Knurrhahn: »Sein Verhalten ist sozial, soweit es die eigenen Artgenossen betrifft. Denn diese Fische lieben nicht nur die Geselligkeit, sondern sammeln sich manchmal an Sommertagen in großen Schwärmen und steigen zur Wasseroberfläche auf, um dort einfach das schöne Wetter zu genießen. Dabei lassen sie sich langsam treiben, steigen auf und tauchen wieder unter und knurren leise und selbstzufrieden vor sich hin.« (A History of the Fishes of the British Islands). Es gibt tatsächlich auch wissenschaftliche Studien zum Knurrverhalten und was es uns sagen soll, auch künstlerische Ideen. Dazu aber später mehr.

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